Rodentizide bald tabu: Kein Rattengift mehr für Privatleute -wichtiger Schritt für den Tierschutz
18. Dezember 2025
Ab dem 1. Januar 2026 ist es nicht sachkundigen Privatpersonen verboten, Rodentizide zu kaufen und anzuwenden, um gegen Mäuse und Ratten vorzugehen. Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt das bevorstehende Verbot. Die Wirkung der giftigen Mittel tritt erst drei bis sieben Tage nach der Aufnahme ein und verursacht bei den Nagetieren einen qualvollen, mehrtägigen Todeskampf, was mit dem Tierschutz unvereinbar ist. Der Fokus müsse auf Prävention und tierfreundlicheren Lösungen liegen.
„Rodentizide sind äußerst grausam, da sie bei Mäusen und Ratten zu einem langsamen und schmerzhaften Tod durch inneres Verbluten und Organversagen führen. Das bevorstehende Verbot stellt einen wichtigen Fortschritt im Tierschutz dar, weshalb wir diese Entscheidung ausdrücklich begrüßen“, erklärt Paulina Kuhn, Fachreferentin für Wildtiere beim Deutschen Tierschutzbund.
Gift birgt auch für andere Tiere eine Gefahr
Rodentizide wirken nicht nur bei Ratten und Mäusen, sondern stellen auch eine ernsthafte Gefahr für andere Tiere dar: Wild- und Haustiere, die mit den vergifteten Nagern in Kontakt kommen oder die Köder fressen, laufen Gefahr, selbst zu verenden. Eine sehr hohe Vergiftungsgefahr besteht außerdem für die Tiere, die vergiftete Ratten oder Mäuse fressen, wie beispielsweise Katzen oder Greifvögel.
Prävention kann Rattenpopulation eindämmen
Der Deutsche Tierschutzbund betont, dass der Fokus auch bei unerwünschten Tieren wie Ratten und Mäusen auf präventiven Maßnahmen liegen müsse, die dafür sorgen, dass die Tiere gar nicht erst zum Problem werden: „Privatpersonen können Ratten und Mäusen in Haus und Hof vorbeugen, indem sie Lebensmittel und Tierfutter stets verschlossen lagern, Abfälle regelmäßig und sicher entsorgen und keine Essensreste offen liegen lassen. Zudem sollten Gebäude auf mögliche Schlupflöcher wie Ritzen, defekte Türen oder Rohrdurchführungen überprüft und diese konsequent verschlossen werden. Saubere Keller, Höfe und Gärten ohne Unterschlupfmöglichkeiten entziehen den Tieren dauerhaft Nahrung und Lebensraum und verringern so den Bestand der Tiere dauerhaft“, so Kuhn. Die kurzfristige Reduktion der Bestände durch Rodentizide sei hingegen keine nachhaltige Lösung. „Neue Mäuse oder Ratten nehmen schnell die frei gewordenen Plätze ein. Die Bekämpfung mit Gift ist also nicht nur grausam, sondern auch ineffektiv.“